Kontrolluntersuchungen

Die Kontrolluntersuchung beim Zahnarzt sollte zweimal im Jahr stattfinden. Sie gibt Ihnen die Sicherheit, mögliche Zahnschäden in einem sehr frühen Stadium festzustellen. Sollte also gebohrt werden, so handelt es sich zumeist noch um kleine Eingriffe, die schnell und schmerzfrei erledigt werden können.

Mit der Kontrolle oder Vorsorgeuntersuchung entfernen wir ebenso den Zahnstein. Dieser harte bakterielle Belag stellt einen Reizfaktor für das Zahnfleisch dar und kann daher bei längerem Verweilen auf der Zahnoberfläche Parodontitis verursachen. Ihre Kontrollen werden im Bonusheft vermerkt. Die Krankenkasse honorieren diese Gesundheitsfürsorge mit einem erhöhtem Festzuschuss sollte zukünftig Zahnersatz bei Ihnen geplant werden.

Kinder- und Jugendprophylaxe

Es ist allgemein bekannt, dass Eltern durch gesunde Ernährung einen Beitrag zum Wohlbefinden ihres Kindes leisten können. Weniger bekannt ist, dass auch eine gewissenhafte Mundhygiene der Eltern eine wichtige Voraussetzung dafür ist, dass ihre Sprösslinge gesunde Zähne behalten. Denn ohne es zu wissen, können Eltern Karies verursachende Bakterien an ihre Kinder übertragen – zum Beispiel durch das Ablecken von Löffeln oder Lutschern. Ob bei einem Kind Karies entsteht, hängt also auch von den Eltern ab. Aber natürlich ebenso von der Mundhygiene im frühen Kindesalter und dem Immunsystem des Kindes.

Fluoride: Ein gutes Mittel gegen Karies bei Kindern sind fluoridhaltige Zahnpasten. Die Zähne werden durch das Fluorid optimal gehärtet. Frühe Gewöhnung: Eltern sollten ihre Kinder so früh wie möglich an eine regelmäßige Zahnpflege heranführen – am besten direkt, wenn die Milchzähne durchbrechen. Empfehlenswert sind eine weiche, kleine Zahnbürste und Kinderzahnpasta. Rundum sauber: wichtig ist, dass alle Zahnflächen gereinigt werden. Am besten sollten die Zähne dabei immer in derselben Reihenfolge geputzt werden, z.B. nach der KAI Methode: Kaufläche, Außen, Innen. Ein einfaches Prinzip für Kinder beim Zähneputzen sind kreisende Bewegungen. Eltern sollten zunächst gemeinsam mit dem Kind die Zähne säubern. Nach einer Eingewöhnungszeit reicht es dann, dem Kind lediglich beim Putzen zu helfen.

Ohne Kontrolle läuft nichts: Kontrolliert werden muss allerdings nach jedem Putzen. Und wenn notwendig, sollten Eltern selbst noch einmal zur Bürste greifen und die Zähne ihrer Kinder nachputzen. Selbst aussuchen lassen: Wunder bewirkt, wenn die Sprösslinge beim Kauf der Zahnbürste selbst aussuchen und entscheiden dürfen. Tipp: Elektrische Zahnbürsten, zum Beispiel mit Musik-Timer, sind besonders beliebt. Ein weiterer Anreiz für die Kleinen ist, zu Hause aus mehreren bunten Zahnbürsten wählen zu können.

Lust auf Zahnpflege: Das A und O bei der Zahnpflege ist die Motivation der Jüngsten. Es gibt viele Hörspiele, Musikkassetten und gute Kinderbücher, die Kinder Lust auf Zähneputzen machen. Eltern sollten ihre Kinder schon früh an einen routinemäßigen Zahnarztbesuch gewöhnen. Bei Kleinkindern sind Frühuntersuchungen aus verschiedenen Gründen sinnvoll und wichtig – unter anderem, um rechtzeitig mögliche Erkrankungen zu erkennen. Der Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung sieht dazu für die 3-17 jährigen ein Individualprophylaxeprogramm vor.

Innerhalb dieses Vorsorgeprogrammes werden

  • die Kariesanfälligkeit untersucht und bestimmt
  • Tipps zur Verbesserung der Mundhygiene gegeben
  • Kindern und Eltern mögliche Krankheitsursachen erklärt
  • Wertvolle Hinweise für die tägliche Zahnpflege und zahngesunde Ernährung gegeben
  • Fluoridkonzentrate zun Schutz der Zähne auf den Zahnschmelz aufgetragen
  • Backenzähne zum Schutz gegen Karies versiegelt (Fissurenversiegelung).

Individualprophylaxe für Erwachsene

Um die eigenen Zähne gesund und schön zu erhalten, reicht die Zahnpflege zu Hause oft nicht aus. Denn Karies und Parodontitis treten besonders leicht da auf, wo die Zahnbürste nicht hinkommt. Der Konsum von zuckerhaltigen Speisen und Getränken fördert die Entstehung von Karies – die Selbstreinigungskräfte des Körpers sind nämlich nicht stark genug, um die für die Zähne schädlichen Säuren unschädlich zu machen.

Erste Anzeichen für eine Karies (Schmerzen oder Überempfindlichkeit) oder Parodontitis (z.B. Zahnfleischbluten oder Mundgeruch) werden nicht selten ignoriert. Sinnvoll ist darum eine ergänzende Vorsorge – die so genannte Individualprophylaxe. Das Ziel eines solchen Prophylaxe-Programmes ist, der Entstehung von Karies und Parodontitis gezielt vorzubeugen.

Die Individualprophylaxe ist ein Vorsorge-Paket, das gezielt auf jeden einzelnen Patienten abgestimmt wird. Mit Hilfe eines Tests können Mund-Hygiene-Werte (Indizes) ermittelt werden, die zeigen, wie und an welchen Stellen im Gebiss ein Patient für Karies oder Parodontitis anfällig ist. Dazu ist oftmals auch eine genaue Keimbestimmung und Speichelanalyse hilfreich. Anhand dieser Ergebnisse kann geklärt werden, wo die individuellen Problemzonen liegen. Hinzu kommen unter anderem eine Ernährungsberatung und Mundhygiene Tipps. Dabei lernen Sie den Umgang mit Mundhygienehilfsmitteln wie Zahnseide oder Interdentalbürstchen und erhalten ein auf sie maßgeschneidertes Mundhygiene-Programm mit Hinweisen zur richtigen Ernährung.

Der zweite Schritt in der Individualprophylaxe ist eine professionelle Zahnreinigung (PZR). Diese Behandlung geht weit über die Zahnsteinentfernung im Rahmen der halbjährigen Kontrollen hinaus. Hierzu gehören folgende Schritte: – Entfernung harter und weicher Beläge (Zahnstein und Plaque) – Intensive Reinigung der Zahnoberfläche und besonders der Zahnzwischenräume – Entfernung von hartnäckigen Verfärbungen durch Tee, Kaffee, Rotwein und Nikotin – Politur aller Zahnflächen, damit sich neue Beläge nicht so leicht wieder anheften können – Fluoridierung der Zähne, um sie Widerstandsfähiger gegen Karies zu machen – Regelmäßige Beratung und Motivation – Aufzeigen der individuellen Mundhygienedefizite.

Besonders wichtig ist das Prophylaxe – Programm nicht nur für Patienten, die besonders kariesanfällig sind oder bereits an Parodontitis leiden. Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass das Karies- und Parodontitisrisiko durch eine regelmäßige Individualprophylaxe gesenkt wird, sodass diese Erkrankungen erst gar nicht entstehen.